Vergänglichkeit – wie die Wirklichkeit eine Ausstellung einholt.

 

 

Ein frühzeitiges und überraschendes Ende fand die Ausstellung „Vergänglichkeit“ von Schülerinnen und Schülern des Lothar-Meyer-Gymnasiums im Kunstraum Varel.

 

Nach einer fulminanten Ausstellungseröffnung am Freitag, den 6.04.2020 mit zahlreichen Besuchern und vielen beteiligten Schülerinnen und Schülern musste die Ausstellung schon nach zwei Wochen aufgrund der Corona-Epidemie geschlossen werden.

 

Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zwei Kunstkursen der Jahrgangsstufe 12 haben nach den Vorgaben der Landesregierung zum Zentralabitur 2021 zum Thema „Vergänglichkeit“ gearbeitet, was auch für die Ausstellung namensgebend war.

 

Unter dem Begriff „Vanitas“ erfuhr die Kunstproduktion vor allem zur Zeit des Barock eine Blütezeit, gleichwohl beschäftigt die Frage nach der Endlichkeit des Lebens auch bis heute Künstlerinnen und Künstler.

 

Die Schülerinnen und Schüler wurden zunächst durch das „Selbstbildnis mit Vanitassymbolen“ des barocken Malers David Bailly (1584 – 1657) zu eigenen Arbeiten inspiriert. Bailly stellt sich auf seinem Gemälde aus dem Jahre 1651 jünger dar, als er tatsächlich zur Zeit der Anfertigung seines Bildes war, hielt somit die verrinnende Zeit an bzw. drehte sie zurück.

 

Die Mitglieder des Leistungskurses Kunst drehten den Spieß um, zeigten sich malerisch in höherem Alter und brachten ihr Gemälde anschließend in einer fotografischen Selbstinszenierung unter, die das Thema Vergänglichkeit mit biografischen Bezügen illustriert.

 

Ein zweiter Motivstrang zum Thema Vergänglichkeit war die Sturmflut 1962, ausgehend von einem Stillleben Oskar Kokoschkas aus demselben Jahr.

 

Dabei schöpften die jungen Leute die volle Bandbreite der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten aus, die ihnen eine neue Unterrichtsform in der Oberstufe, das sog. “Werkstattprinzip“ eröffnete. So entstanden Malereien mit Tempera und Acryl, Plastiken aus Gips und Ton und Miniatur-Modelle aus diversen Materialien. Aber auch in Zeichnungen und Werkstatt-Tagebüchern wurde der künstlerische Prozess dokumentiert und reflektiert.

 

Die begleitenden Kunstlehrerinnen waren Mareike Postel und Kerstin Wulff.

 

Der Kunstraum Varel e.V. zeigt seit 2016 im Rahmen seines Ausstellungskanons eine Schülerausstellung im Jahr. Nachdem im letzten Jahr die Oberschule Osternburg aus Oldenburg zu Gast war, bestritten in diesem Jahr schon zum dritten Mal Schülerinnen und Schüler des Lothar-Meyer-Gymnasiums eine Präsentation ihrer Arbeiten aus dem Kunstunterricht. Leider nur von kurzer Dauer. Vielleicht werden mit dieser Dokumentation das Ereignis und die Arbeiten der jungen Leute der Vergänglichkeit ein Stück weit entzogen.                                                                     

                                                                                              H.W.

 

 

 

Am Hafen 1

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